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…wie alles begann… (Part 4)

Lesedauer 3 Minuten

die Grundlage meiner erfolgreichen Triathlon Saison 1990 war in erster Linie der Fokus auf ein klar definiertes Ziel. Weiter hatte ich einen klaren Plan. Dieser beinhaltete was ich wann, wie und wo trainierte. Meine erste KLD in diesem Herbst/Winter ’91 war der Startschuss. Ich beschäftigte mich intensiv mit meinem Trainingsplan bzw. verfeinerte diesen im Rahmen der Vorgaben. Im Vorfeld der Saison 1992 fand eine KickOff Veranstaltung des Bayernkader statt. Hier erhielten wir einen Rahmentrainingsplan und eine „Schulung“ wie wir diesen anzuwenden hatten.
Für die kommende Zeit sah meine Wochengestaltung wie folgt aus:

Montag: Ruhetag
Dienstag: Krafttraining
Mittwoch: Schwimmen (5km)
Donnerstag: Lauf (Berganläufe)
Freitag: Rad (Kraftausdauer am Berg) / optional Schwimmen
Samstag: Rad+Lauf (Grundlagenausdauer) bis zu 4h
Sonntag: Rad+Lauf (Grundlagenausdauer) bis zu 4h / optional Schwimmen

Das ganze zog ich von November bis März/April durch. Die einzige Abwechslung in diesem Plan war, die Progression der Wiederholungen,  Dauer der Intervalle und die Steigungsprozent bei den kraftorientierten Einheiten und die Umfangserhöhung der Grundlageneinheiten.  Das Ergebnis dieser Konsequenz war im April’92 bisher die beste KLD. Alle (inklusive meiner Person) waren happy und sahen zuversichtlich in die Saison.
Hier zeigte sich, daß sich u.a. ein kontinuierliches Training bezahlt macht. Ebenso das Training mit einem Herzfrequenzmessgerät und Einhaltung der Trainingszonen in den unterschiedlichen Stoffwechselbereichen.
Im kommenden Frühjahrstrainingslager fokussierte ich erstmals auf das Training. Meine Ausflüge in das „Nachtleben“ waren tabu. Bisher und auch im Trainingslager mutete mein Training bzw. Leben des eines Mönches an. Im Trainingslager ging es z.B. um 22Uhr ins Bett und sonstige Zerstreuung blieben aus. Maximal gönnte ich mir am Nachmittag einen Café con leche und ein Stück Mandelkuchen. Die KLD nach dem Trainingslager und vor den ersten Rennen zeigte ich eine weitere positive Entwicklung. Wobei meine Maximalleistung (letzte Stufe der KLD) sich etwas verbessert hatte. Bei etwas über 360Watt war bei mir Schluß.

Spiroergometrie
Spiroergometrie

Wie lief eigentlich zu dieser Zeit eine KLD ab?
Es wurde ein sog. Stufentest gefahren d.h. der Widerstand wird alle 4min um 40Watt erhöht. Nach jeder Stufe wird dem Sportler Blut abgenommen (Ermittlung von Laktat/Milchsäure). Die Trittfrequenz wird Konstant bei 90U/min gehalten. Begonnen wurde bei 80Watt. Das Atemgas wird nonstop aufgezeichnet. Hierbei trägt man den Test über eine Maske (siehe Bild). Ebenfalls wird ein Belastungs-EKG (Elektrokardiogramm) durchgeführt. Hier werden Parameter wie Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität ermittelt. Je nach Institut bzw. Zielsetzung der KLD, wird gerne die Stufendauer bzw. der Widerstand verändert. Geht es z.B. mehr um die maximalen Werte wird die Stufendauer auf 3min verkürzt und der Stufenanstieg auf 50Watt erhöht. Dadurch sind auch höhere Wattwerte möglich. Hingegen gibt es „weniger“ Erkenntnisse zu der Grundlage des Getesteten. 
Dies ein kleiner Ausflug in die KLD (ggf. ist dies auch einmal einen blog wert)
Meine ersten Rennen der Saison waren zufriedenstellend (deutlich besser als im Vorjahr). Was noch fehlte war die „Tempohärte“ bzw. „Geschwindigkeit“. Darum lag nun der Fokus im Training auf der Intensität. Trotzdem trainierte ich am Wochenende immer noch sehr Umfangsbetont.
Das erste Highlight setzte ich bei dem ersten Lauf der BTV-Serie (bayrische Triathlonserie und Qualifikation für den kommenden bay. Kader,…). Hier erreichte ich meine beste Platzierung in der Serie und konnte so einige Topathleten hinter mir lassen. Mit diesem Rennen machte ich erstmal meine Kritiker aus dem Vorjahr mundtot und bestätigte meine Zugehörigkeit des bay. Kader.
Anschließend folgte ein Testrennen über die halbe IRONMAN Distanz. Als 2. in der Gesamtwertung kam ich ins Ziel und lies wiederum einige Topathleten hinter mir. Das ganze Rennen über blieb ich Kontrolliert, d.h. ich steuerte mich (heute sagt man „Paceing“) über die Herzfrequenz und Gefühl bei dem Rennen. Den zweiten Platz machte ich 5km vor dem Ziel sicher. Nun war ich meiner Sache für das große Ziel mehr als sicher.
Aus diesem Rennen zog ich die Erkenntnis, daß Paceing und der Fokus im Rennen bei sich zu bleiben ein Erfolgsgarant ist.
im letzten Blog gibt es das Finale …stay tuned…

 

…wie alles begann (Part 2)

Lesedauer 2 Minuten

Nach dem ersten theoretischen Kontakt mit (m)einer „neuen“ Ära von Training nahm ich im November 1990 an meiner ersten KLD  teil. Zu diesem Zeitpunkt war die sog. AMERICAN POSITION en Vouge. Diese Sitzposition war radikal nach „vorne“ gewandt. Der Radfahrer (Triathlet) saß primär auf der Sattelnase. Es gab zu diesem Zeitpunkt auch Sattelstützen die diese Position unterstützten. So wurde die KLD in der AMERICAN POSITION und auch in der „Standard“ Triathlon-Position durchgeführt. Man wollte herausfinden, welche für den Sportler am effektivsten war bzw. mehr Leistung zuliess. In meinen Fall gab es keinen deutlichen Vorteil.
Zu der KLD lässt sich sagen, daß diese immer die „Stunde der Wahrheit“ war und von mir (denke auch von anderen) härter als jeder Wettkampf empfunden wurde. Dies änderte sich auch in den folgenden Jahren nicht mehr. Meine Ergebnisse waren im Verhältnis meiner Kaderkollegen eher im unteren Drittel.
Eine Erkenntnis die ich zu der KLD in den folgenden Jahren machte, war: TEST und WETTKAMPF sind zwei unterschiedliche Schuhe. Nach meinen Körper- bzw. Leistungsdaten, wäre ich bei dem einen oder anderen Rennen, deutlich hinter leistungsstärkeren Athleten gewesen. Dies war nicht immer der Fall. Im Wettkampf konnte ich immer wieder über mich hinauswachsen (das ist einen weiteren Blog wert).


Anhand meiner Leistungsdaten erhielt ich meinen ersten „strukturierten“ Trainingsplan. Dieser war gekennzeichnet mit Herzfrequenz-, Intervall- und Dauer-,.. vorgaben.
So machte ich mich brav ans Werk und erfüllte die Vorgaben nach bestem Wissen und Gewissen. Ich ging davon aus dass, wenn ich alles 1:1 erfüllte, sich der Erfolg/Fortschritt einstellen würde. Die kommende KLD sollte zeigen, daß ich mich getäuscht hatte. Hier gab es im Februar ’91 keine deutliche Verbesserung meiner Leistung. Dies fühlte sich an, als hätte ich die schlechteste Zensur in einer Prüfung erhalten.
Nun stand das erste „gesteuerte“ Trainingslager mit dem bay. Kader auf Mallorca an. Dies sah ich wohl zu locker, neben dem Training tauchte ich auch fleissig ins Nightlife ein. Während meine Teamkollegen regenerierten trieb ich mich in den Discotheken herum. Mein Training führte ich trotzdem durch und erhoffte mir für die „letzte“ KLD der Saison ’91 bessere Ergebnisse. Zwischen Hoffen und Wirklichkeit ist ein großer Unterschied. Auch die KLD nach dem Trainingslager und direkt vor der Wettkampfsaison war niederschmetternd. Ich hatte alle Vorgaben im Training erfüllt und trotzdem gab es keine Entwicklung.
Woran lag das? stay tuned…
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