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Gute Vorsätze

Lesedauer 4 Minuten

Alle Jahre wieder setzt man sich in der Silvesternacht die unterschiedlichsten Vorsätze für die Zukunft. Laut einer Statistik ist Sport die #1. D.h. in Verbindung mit Abnehmen bzw. „fitter“ werden.
Diese Vorsätze halten meist gute 4 Wochen an. Dann stellt sich die Motivation aus unterschiedlichen Gründen ein. Woran liegt dies? Meist startet man voller Tatendrang, d.h. der Besuch in einem Fitnessstudio, Laufen/Joggen gehen,… wird fast täglich durchgeführt. Hier gibt es bereits die ersten Gefahren. Der bekannte Muskelkater meldet sich, man läuft Gefahr sich zu Überlasten, im schlimmsten Falle verletzt man sich.
Ich arbeite gerne mit Bildern um das Verständnis für Sport bzw. Bewegung zu erweitern.
Stellen sie sich vor, ihr Auto steht seit Jahrzehnten in der Garage. Fahren sie dann aus dieser hinaus und geben gleich Vollgas? Natürlich nicht! So ist es auch mit unserem Körper. D.h. langsam, dosiert und mit realistischen Zielen. Gerade wir Männer lassen uns zu unrealistische Zielen hinreißen (hat wohl etwas mit unserem Testosteronspiegel zu tun).
Durch solch eine Herangehensweise hat man die erste Hürde des „Durchhaltevermögens“ genommen.
Doch noch hat man nicht alle Klippen umschifft. Aber kann man sich regelmäßig motivieren? Legen sie einfach fest, was sie sich alle 3-4 Wochen als Belohnung schenken. Dies kann etwas leckeres zum Essen sein, etwas schönes zum Anziehen,… oder z.B. 2km am Stück joggen/rennen. Durch diese kleinen Teilziele bleibt man auf dem Weg zum großen Ziel motiviert.
Ach, das hatte ich noch gar nicht erwähnt. Alle guten Vorsätze brauchen ein Ziel. Ohne ein Ziel „verpuffen“ die Vorsätze ziemlich schnell.
Wenn man in den Urlaub fährt, hat man bekanntlich auch ein Ziel (sollte man zumindest haben). Bevor man die Reise beginnt plant man die Route. In unserer heutigen Zeit übernimmt dies meist ein Navi. Noch im Zeitalter der Landkarten sah man sich an, wie man zu seinem Ziel kommt.
So ist das auch mit den Vorsätzen. Setzen sie sich ein Ziel um ihre Vorsätze am „köcheln“ zu halten. Wie schon erwähnt sollte dieses realistisch sein.
Lassen sie sich nicht von Werbung oder ähnlichen Versprechungen blenden, wenn es um das Thema Gewichtsreduktion geht. Das etwas zu viel auf den Hüften kam nicht nur durch die vergangen Weihnachtsfeiertage. D.h. was man sich „mühselig angefuttert“ hat dauert auch bis es verschwindet. Wer etwas anderes behauptet möchte ihnen nur etwas verkaufen. Gerade bei dem Thema Gewichtsreduktion darf man eines nie ausser Acht lassen. Unser Körper/Organismus ist in allen Bereichen „anpassungsfähig“. Dies bezieht sich auch auf Ernährung und Stoffwechselanpassung. So wie sich unser Körper an „reichhaltige“ Nahrung gewöhnt/anpasst so muß man ihm auch die Zeit geben sich in die andere Richtung anzupassen. Jede radikale Veränderung quittiert er uns mit einer entsprechenden Reaktion. Geben sie sich also bei dem Thema Gewichtsreduktion Zeit (dies wäre einen weiteren Blog wert).
Geht ihre Zielsetzung in die andere Richtung z.B. Teilnahme an einem Wettbewerb, sollte dieser je nach Streckenlänge als ein langfristiges Ziel definiert werden. D.h. die Teilnahme an einem 5 od. 10km Lauf in einem Jahr ist realistisch. Streckenlängen wie Halbmarathon (21,1km), Marathon oder gar IRONMAN Triathlon benötigen eine längere Vorbereitungszeit. Auch hier gibt es „Versprechungen“ und Beispiele, die etwas anderes vermitteln. Bei solchen Belastungen handelt es sich um Ultradistanzen. Ja, unser Körper bzw. wir Menschen können dies bewältigen und auch innerhalb von kurzer Zeit (z.B. einem Jahr). Aber bis unser Bänder-/Stützapparat dies wirklich kompensieren kann dauert es bis zu 10 Jahre. Natürlich kann ein ehemaliger Marathonläufer in kürzer Zeit wieder an einem Marathon teilnehmen. Dies hängt mit dem „Erinnerungsvermögen“ der Muskeln zusammen. Wiederum darf man nicht vergessen, wie lange war die Marathonpause bzw. wie alt ist nun der Läufer.
Bei einem Serienauto muß man auch einiges tunen damit es Renneigenschaften erhält. Hier muß das Fahrwerk, Motor, … getuned werden. Es wird aber auch nie ein Formel 1 Fahrzeug.
Nun haben ihre Vorsätze ein Ziel und sie haben sich kleine Zwischenziele bzw. Belohnungen gesetzt. Dann kann es eigentlich los gehen.
Welche Klippen müssen sie auf ihrem Weg noch so umschiffen?
Die Vorsätze werden in Gedanken ggf. noch im Umfeld artikuliert. Um dem Ganzen eine persönliche Verbindlichkeit zu geben sollten die Vorsätze, das Ziel und die Teilziele handschriftlich fixiert werden.

Vielleicht machen sie gar einen Vertrag mit sich. Spaß! Soweit muss es nicht kommen. Durch die handschriftliche „Fixierung“ bleibt dies jedoch eher im Gedächtnis. Hier bietet sich eine Art Jahreskalender als Tagebuch an. Dies hat einen sehr motivierenden Charakter. Zum einen stehen hier ihre Teilziele bzw. das Ziel drin. Weiter können sie hier das „sportliche Programm“ eintragen. Was sie genau dort eintragen ist ihnen überlassen. Dies kann die Sportart, die Dauer,… sein, die sie an dem jeweiligen Tag gemacht haben. Es soll aber kein abendfüllendes Programm sein. Warum also sollte dies alles motivierend sei? Zum einen können sie in „schweren“ Phasen immer nachlesen, was sie schon alles gemacht haben. Weiter treibt es sie an in einer ganzen Woche keinen einzigen Eintrag zu haben. Ja, in unserer digitalen Zeit gibt es so etwas auch als App und Co. Unterschätzen sie jedoch nicht die Wirkung einer handschriftlichen Notiz bzw. eines Eintrags in ihr Tagebuch.

Aus meiner persönlichen Erfahrung (mein erstes Trainingstagebuch rührt aus Mitte der 80ziger) ist bzw. war es immer motivierend was ich alles geschafft habe. Manchmal gab es auch kleine Randnotizen, die mich noch heute ins schmunzeln bringen, aber auch motivieren. Gerade in Phasen wo es „beschwerlich“ war hat mich im Nachgang das (Trainings)tagebuch unterstützt.

Zusammenfassung:
Fixieren sie schriftlich ihren Vorsatz und ihr Ziel. Setzen sie sich alle 3-4 Wochen kleine (realistische) Zwischenziele. Bewegen sie sich langsam und dosiert. 3-4x aktive Bewegung á 20-30min sind schon ausreichend. Eine Kontinuität ist nicht nur für Leistungssportler, sondern auch für sie ein Erfolgsgarant. Notieren sie ihre Bewegung (egal welche das ist) in ihr „Trainings-/Bewegungstagebuch“. Sehen sie sich dieses ruhig immer wieder an. Dies motiviert sie, zeigt was sie schon alles gemacht haben und daß es gar nicht mehr so weit zum nächsten Zwischenziel ist.